Intershop Blog
Ihr Hotspot für Markt- und Technologietrends im B2B-Commerce
  • Es gibt keine Vorschläge, da das Suchfeld leer ist.

„Die Zukunft ist heute“ ist ein Zitat, das im Allgemeinen mit dem berühmten Sir William Osler, Baronet, Arzt und „Vater der modernen Medizin“ sowie einer der Gründer der renommierten John Hopkins School of Medicine, in Verbindung gebracht wird.

Sir William traf den Nagel auf den Kopf: Die Zukunft ist in der Tat eine Angelegenheit von dringender Aktualität. Die Zukunft passiert heute, jetzt, in jedem Augenblick.

B2B-Unternehmen müssen sich dieser Tatsache bewusst sein. Es gibt keinen anderen Sektor, in dem es so viel Konkurrenz gibt, aber auch keinen, in dem es so viele Möglichkeiten gibt wie im B2B. B2B-Unternehmen agieren von Natur aus auf einem kleineren Markt mit robusten Mitbewerbern, die Meister in ihrer Branche und immer begierig nach mehr sind. Darum müssen Großhändler effizient sein, doch gleichzeitig diese Effizienz auch – so weit wie möglich – an ihre B2C-Kunden weitergeben, um die eigene Profitabilität sicherzustellen.

Darüber hinaus müssen B2B-Unternehmen ihren Kunden beibringen, wie sie Produkte und Dienstleistungen nutzen, kaufen und das meiste aus ihnen herausholen können, und auch, wie sie diese Informationen vom B2C-Händler an den Endkunden weitergeben können. Darum haben wir, um Ihnen dabei zu helfen, sicher in den B2B-Gewässern zu navigieren, B2B Frontrunners ins Leben gerufen!

B2B Frontrunners ist eine Community, bei der Empowerment und Inspiration im Fokus stehen. Wir engagieren uns dafür, einen Thinktank zu schaffen, ein globales Archiv voller Ideen, Wissen und technischer Tools, basierend auf freiem Austausch und kollektiver Optimierung. Es gibt keinen besseren Weg, um dieser Community einen Kickstart zu verpassen, als sich mit einem der größten Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Einem Thema, das für viele zur „Zukunft“ gehört, über die wir hier sprechen, nämlich der Zukunft, die bereits heute passiert: datengestützte Intelligenz.

blog-line-break-05

Datengestützte Intelligenz: Ein Tool, das seiner Zeit voraus ist

Intershop hat das erste Meeting der B2B Frontrunners Community veranstaltet – die gesamte Video-Session finden Sie hier –, um das Thema datengestützte Intelligenz für B2B-Unternehmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Diese Session gab exklusive Einblicke in die Branche, die B2B-Unternehmen dabei helfen, ihr Business zu optimieren. Darum wollen wir heute die wichtigsten Takeaways der ersten B2B Frontrunners Deep-Dive-Session über datengestützte Intelligenz mit Ihnen teilen. Die Expertenrunde umfasste Nils Breitmann, Enterprise-Architekt bei der Intershop Communications AG, Arjen Bonsing, Gründungspartner von Customer Journey Experts, Frank Beke und Martijn Hazelhorst von De Nieuwe Zaak und André Herbst, IT Manager bei Soennecken.

Dank ihnen konnte in der ersten Session aufgezeigt werden, welches die Hauptgründe sind, warum wir datengestützte Intelligenz nutzen sollten und warum es ein exzellentes Tool für B2B Frontrunners ist. Darüber hinaus wurden mehrere Use Cases vorgestellt, um die wichtigsten Vorteile von datengestützter Intelligenz noch besser hervorheben zu können. In diesem Sinne möchten wir nun eine Zusammenstellung der wichtigsten Takeaways dieser ersten Session mit Ihnen teilen. Fangen wir an!

blog-line-break-05

Wachstum ermöglichen dank datengestützter Intelligenz und der B2B/B2C-Evolution

In den letzten 50 Jahren unterlag der Handel einer enormen Evolution. Arjen Bonsing von Customer Journey Experts hat es auf den Punkt gebracht: Wir sind vom direkten Kontakt mit dem Milchmann oder Bäcker direkt zu unserer hypervirtuellen/hyperdigitalen Welt gesprungen, in der wir während des Online-Shoppings gänzlich auf menschlichen Kontakt verzichten können. Keine andere Technologie hat so entscheidend zu dieser Evolution beigetragen wie Mobilgeräte wie etwa Smartphones.

So bewegten sich B2B und B2C aus dem Zeitalter des persönlichen Kontakts, in dem wir direkt mit anderen Menschen interagierten, ins Zeitalter des Individualismus, in dem unsere Interaktionen von den Kanälen bestimmt werden, die wir für die Kommunikation mit einem Unternehmen oder einer Marke nutzen: soziale Medien, E-Commerce, mobiles Einkaufen usw.

Darum ist in unserer hypervernetzten Welt datengestützte Intelligenz unerlässlich. Indem wir diese Mobilgeräte und somit zahlreiche verschiedene Kanäle nutzen, erschaffen wir einen konstanten Informationsfluss, den B2B-Unternehmen nutzen können, um Einkaufsmuster präzise vorherzusagen, Kundenerwartungen zu definieren und personalisierte Customer Journeys zu erstellen, um den Vorlieben zukünftiger Kunden zu entsprechen und so ein reibungsloses Einkaufserlebnis sicherzustellen zu können.

Ein hervorragendes Beispiel, wie diese Personalisierungsmöglichkeiten funktionieren, wurde während der ersten Session von Arjen Bonsing vorgestellt. Er nutzte hierfür eine Evolutions-Timeline, die zeigt, wie KI-gestützte Intelligenz – basierend auf datengestützten Technologien – ein persönlicheres Shoppingerlebnis erzielen kann.

Diese Timeline zeigt auf, wie wir mit klickbasierten Websites angefangen haben und uns daraufhin mit Chatbot-basierten Unterhaltungen, die einen höheren Grad an Personalisierung bieten, weiterentwickelt haben. Weiter geht die Entwicklung hin zu Konversationsagenten, die – in der nahen Zukunft – zu virtuellen KI-Assistenten werden, die in der Lage sein werden, eine maßgeschneiderte Customer Journey anhand der Daten aus vorherigen Kundeninteraktionen zu erstellen.

Ein exzellentes Beispiel hierfür ist der Ansatz von Huisman Equipment für eine E-Commerce-Lösung im B2B-Bereich – basierend auf Intershop –, die in der Lage sein wird, mögliche zukünftige Reparaturen an den Maschinen aller aktuellen Kunden zu erfassen, zu verarbeiten und vorherzusagen. Die jeweiligen Kunden werden über diese potenziellen präventiven Wartungsservices informiert und können darüber diskutieren und Fragen stellen. So wird ein maßgeschneiderter Service für jede Maschine, jeden Kunden und sogar für jede individuelle Nutzungsart der Maschinenbetreiber bereitgestellt. Das alles wird in einem automatisierten Chat- und E-Mail-System vereint.

Ein Schlüsselelement, um denselben oder sogar einen noch höheren Grad an Personalisierung mithilfe von datengestützter Intelligenz zu erreichen, wäre, wie Arjen Bonsing erklärte, die Nutzung von ChatGPT und anderen ähnlichen Technologien. Bisher wurden Chatbots auf Websites und im E-Commerce eher als FAQ-Datenbanken genutzt, die in der Lage sind, einen vorgegebenen Pool an häufig gestellten Fragen zu beantworten. Doch durch den Einsatz von neuronalen ChatGPT-Modellen könnte die Realität schon bald ganz anders aussehen.

Neue Chatbots, die ChatGPT-ähnliche Technologien nutzen, werden in der Lage sein, den Kunden eher als eine Art Assistent zu unterstützen und dabei sogar mühselige Aufgaben zu übernehmen, die der potenzielle Kunde bis dato selbst erledigen musste. Beispielsweise könnten diese Art von Chatbots in Kombination mit datengestützten Profilen der Kunden, für die sie zuständig sind, Kompatibilitätslisten für Stammkunden erstellen, die nach Ersatzteilen suchen oder die ein Maschinenteil, ein Produkt oder eine Komponente kaufen möchten.

Die Fähigkeit, einem potenziellen Kunden eine Liste mit sorgfältig ausgewählten Produkten, die dessen Bedürfnissen entsprechen, vorlegen zu können, entwickelt sich derzeit schnell zu einem Branchenstandard; viele Unternehmen haben bereits Schwierigkeiten damit, diesen Grad der Personalisierung, die die Branchenführer heute bieten können, zu erfüllen.

Doch Chatbot-Personalisierung durch die Nutzung von Tools wie ChatGPT und anderen KI-Technologien kann keine Rundum-Lösung bieten. Tatsächlich stellt die Personalisierung mithilfe von Chat-Lösungen lediglich 30 % der tatsächlichen Personalisierungsmöglichkeiten dar, die ein vollständig auf datengestützte Intelligenz ausgerichteter B2B--Commerce bieten kann.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Ansatzes der datengestützten Intelligenz für B2B ist die Fähigkeit, einen autonomen Kreislauf zu schaffen, der die Informationsbeschaffung, Entscheidungsfindung und Evaluierung der aus diesen Entscheidungen hervorgegangenen Ergebnisse umfasst – sowie die zugehörigen Nachjustierungen, um Verbesserung und Wachstum zu ermöglichen.

Neue Zielgruppen zu erreichen wird immer teurer – bis zu 5- bis 10-mal so teuer wie an wiederkehrende Kunden zu verkaufen. Darum ist das Vorhandensein eines B2B-Commerce, der in der Lage ist, massive Datenströme zu verarbeiten, um Ihnen und Ihrem Team zu helfen, diese Informationen zu verstehen und Entscheidungen zu treffen, oder der sogar so weit geht, auf der Grundlage dieser Informationen autonome Entscheidungen gemäß vorgegebener Kriterien zu treffen, die wahre Zukunft einer datengestützten Herangehensweise und des E-Commerce im B2B-Sektor.

Wir sprechen hier von einer Online-Plattform, die vorhersagen, im Voraus bereitstellen und in Echtzeit nachjustieren kann, was der Markt gerade verlangt oder was der Markt verlangen könnte, basierend auf den bisher gesammelten Kundendaten. Doch dafür müssen wir eine datengestützte Kultur innerhalb unseres Unternehmens aufbauen. Eine ganz schöne Herausforderung, wenn man bedenkt, dass sich aktuell gerade einmal
34 % der B2B-Organisationen als „datengestützt" definieren, wie Arjen Bonsing während seines aufschlussreichen Beitrags erklärte, den Sie sich hier ansehen können.

„Fortschrittliche Personalisierung und die Nutzung von Daten sind nicht das Aufgabengebiet von UX-Designern oder Marketing-Abteilungen. Tatsächlich ist es notwendig, dass diese Dinge Teil der DNA Ihres Unternehmens werden.“
Arjen Bonsing - Gründungspartner von Customer Journey Experts

blog-line-break-05

Jarola: Wachstum dank Daten

Während der Session haben Frank Beke und Martijn Hazelhorst von De Nieuwe Zaak den Fall von Jarola erklärt und aufgezeigt, warum datengestützte Intelligenz sich als essenziell für das Wachstum des Unternehmens herausgestellt hat.

Dieser Fall wurde in drei Phasen eingeteilt:

  • Phase 1: AB-Tests

  • Phase 2: Suche und Merchandising

  • Phase 3: Personalisierung

Der Fall von Jarola wurde anhand von Wildkamp als Musterbeispiel für datengestütztes Wachstum erklärt. Wildkamp ist eine von Jarolas Hauptmarken und bietet technische Produkte und Lösungen für die Bereiche Landwirtschaft, Bewässerung, Zertifizierung und Wartung, Bauwesen und Bedachung, Rohrleitungen und Druckarmaturen sowie Elektrizität und Beleuchtung sowie für eine Vielzahl verwandter Branchen an.

Das Unternehmen ist eine der führenden Marken in den Niederlanden und verfügt aktuell über ein Netzwerk von 50 physischen Geschäften. Nun hat es sich jedoch die Einrichtung eines leistungsstarken E-Commerce-Hubs zum Ziel gesetzt, um all seinen B2B-Kunden Support über eine einzige Informationsquelle bieten zu können, die zudem in der Lage ist, Kundenanfragen über unterschiedliche Kanäle autonom und personalisiert zu bedienen. Wildkamps E-Commerce-Plattform basiert auf Intershop.

Im Fall von Wildkamp besteht das Ziel in der Nutzung von Daten darin, das Kundenerlebnis zu verbessern, vor allem mittel- bis langfristig. Dies liegt daran, dass viele der von Wildkamp verkauften Produkte teure Maschinen sind, die von einem Kunden nicht regelmäßig gekauft werden.

Die Daten werden genutzt, um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Customer Journey sicherzustellen. Dabei werden auch die unterschiedlichen Wissensgrade der Kunden über das jeweilige Produkt berücksichtigt. Tatsächlich konnten durch die Nutzung von datengestützter Intelligenz im Intershop-basierten Online-Handel von Wildkamp unterschiedliche Kundenkategorien identifiziert werden, vom Facharbeiter bis zum Techniker. Sie alle durchlaufen eine personalisierte Customer Journey, die auf die jeweils unterschiedlichen Verkaufsargumente, Themen und Interessen abgestimmt ist.

Hierfür musste Wildkamp allerdings unternehmensweite Rahmenbedingungen für ein datengestütztes B2B-Business schaffen und entsprechende Maßnahmen einführen, abändern und steuern.

Wie von Frank Beke und Martijn Hazelhorst von De Nieuwe Zaak während der Session deutlich gemacht wurde, ist stets Teamarbeit notwendig, um ein Unternehmen umzustrukturieren und auf die Nutzung datengestützter Intelligenz einzustellen.

Dies erfordert Wachstum in mehreren Bereichen gleichzeitig.

Das heißt, dass Sie die folgenden Maßnahmen treffen müssen:

  • Finden Sie die richtigen Mitarbeiter und schulen Sie sie.

  • Nutzen Sie die richtigen Tools.

  • Bauen Sie geeignete Unternehmensstrukturen auf, um die Teams innerhalb des Unternehmens zu unterstützen.

  • Sorgen Sie für effiziente Prozesse, damit das volle Potenzial der datengestützten Intelligenz ausgeschöpft werden kann.

  • Kreieren Sie spannenden und leistungsstarken Marketing-Content, um mit Ihren potenziellen Kunden über die richtigen Kanäle zu kommunizieren.

Durch die Kombination all dieser Maßnahmen gelingt es Wildkamp, Kunden und Verbraucher zu identifizieren und eine für sie personalisierte und automatisierte Customer Journey bereitzustellen.

So können Erkenntnisse und Informationen über die Produkte, nach denen gesucht wird, und andere passende Produkte angeboten werden, Cross-Sale und Upsale gesteigert werden, indem Pakete von „häufig gekauften Produkten und Komponenten“ zusammengestellt werden – und zwar durch Identifikation der Art von Projekten, für die die Kunden einkaufen – und im Allgemeinen ein deutlich verbesserter Support für jeden Besucher Ihres E-Commerce geboten werden.

Dies alles wird durch die effiziente Erfassung, Verarbeitung und Nutzung von Big Data dank datengestützter Intelligenz ermöglicht.

Einige der wichtigsten Takeaways des Jarola-Wildkamp-Falls sind:

  • Um datengestützte Intelligenz im Unternehmen zu verankern, ist Wachstum in verschiedenen Bereichen notwendig.

  • Neben Analysen helfen Daten auch bei der Automatisierung.

  • Für ein verbessertes Kundenerlebnis müssen erstklassige Tools ausgewählt werden.

Wenn Sie mehr über Wildkamps schrittweise Einführung von datengestützter Intelligenz erfahren möchten und sich für Details über die Apps, Lösungen und Tools, die hierfür zum Einsatz gekommen sind, interessieren, sehen Sie sich die komplette Session hier an!

blog-line-break-05

Soennecken: Ein langer Weg zur datengestützten Intelligenz

Während dieser ersten Session konnten wir eine weitere beeindruckende Geschichte hören, die von der transformierenden Kraft datengestützter Intelligenz handelt: die Geschichte von Soennecken.

Als größtes inhabergeführtes Einkaufs- und Marketingunternehmen in der Büroartikelbranche in Europa hatte Soennecken einiges auf dem Tisch, als das Unternehmen sich entschloss, den Sprung in eine datengestützte Strategie zu wagen.

Soennecken verfügt über mehr als 500 Genossenschaftsmitglieder, bei denen es sich um mittelgroße spezialisierte Händler handelt, die zu den größten führenden Anbietern von Büroartikeln in Europa gehören. Und mit über 300 Shops mit mehr als 25 Jahren Branchenerfahrung ist das Unternehmen ein Musterbeispiel dafür, dass datengestützte Intelligenz unter den führenden B2B-Unternehmen in der Tat zum Standard wird.

André Herbst, IT Manager bei Soennecken, erklärt auf bemerkenswert anschauliche Art den kompletten Denkprozess des Unternehmens sowie die komplexen Herausforderungen, die aufgrund der speziellen genossenschaftlichen Struktur in Kombination mit den eher traditionellen Geschäften zu überwinden waren.

Um eine reibungslose Customer Journey sicherzustellen und alle unterschiedlichen Kundentypen des Unternehmens zu bedienen, war die Unternehmensstruktur bislang in die folgenden Lösungen unterteilt:

  • SoProcure: E-Procurement-Plattform für große Unternehmen

  • SoCommerce: E-Procurement-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen

  • Shopware: Shop für Privatkunden

Doch diese drei unterschiedlichen Plattformen mussten zu einer einzigen Lösung verschmelzen: einer einzigen Datenquelle. Diese sollte den Erfolg von Soennecken auf allen Ebenen steigern. Die neue Lösung, YourCommerce genannt, basiert auf Intershop und hat ein einziges Ziel: eine mehrstufige B2X-Beschaffungs- und -Einkaufsplattform zu erschaffen.

Der vielleicht beeindruckendste Aspekt von Soenneckens Weg hin zu einer datengestützten Unternehmensstrategie ist, dass sie bei null anfangen mussten. Angefangen bei der Bitte an die Genossenschaftsmitglieder, Verträge für die Nutzung von Daten zu unterzeichnen, über die Einführung eines multidisziplinären, funktionsübergreifenden Teams für die Steuerung des neuen Modells, einschließlich des Übergangs von Printmedien zu Online-Angeboten und der Implementierung eines neuen, für den Umgang mit B2B, B2C und B2X geeigneten Preismodells, bis hin zur Umsetzung der gesamten operativen Phase: Soennecken gestaltete einen kompletten datengestützten Ansatz von Grund auf.

Veränderungen auf technischer, Mitarbeiter- und Unternehmensebene wurden zeitgleich forciert, um einen geeigneten Rahmen zu schaffen, der der aktuellen EU-Gesetzgebung entspricht und es ermöglicht, Daten von Genossenschaftsmitgliedern, Kunden und sogar Mitarbeitern erfassen, verarbeiten und nutzen zu können.

Und wie stellte sich Soennecken die Nutzung dieser Daten vor? Nun, sie wollten direkt zum Kern vordringen und personalisierte Customer Journeys und Produktempfehlungen kreieren.

„Wir mussten unseren Umgang mit diesen Systemen verändern, genauso wie unsere Teams und unsere komplette Herangehensweise. Wie in der vorangegangenen Präsentation bereits erwähnt: 30 % ist IT, 70 % ist Veränderung.“
André Herbst, IT Manager bei Soennecken

Um tatsächlich einen Nutzen aus der datengestützten Intelligenz zu schlagen, musste Soennecken komplett umstrukturieren: die Art der Kundenbeziehungen, das Datenzentrum und sogar die Art, wie Produktdaten präsentiert wurden.

Der Fall Soennecken bestätigt die Kernidee, dass es nämlich, um datengestützte Intelligenz erfolgreich im Unternehmen zu etablieren, von grundlegender Bedeutung ist, das gesamte Unternehmen mithilfe von datengestützten Tools, Konzepten und Kriterien anzupassen und weiterzuentwickeln. Es geht nicht nur um technische Tools, sondern auch um das Mindset des gesamten Teams.

blog-line-break-05

Intershop: Der Kern des autonomen Handels

Schließlich erklärten Nils, Enterprise Architect bei der Intershop Communications AG, und Chi, Mitbegründer von SPARQUE.AI, weshalb datengestützte Intelligenz unerlässlich ist, um autonomen Handel zu ermöglichen. Autonomer Handel ist der nächste Schritt in der Evolution des E-Commerce und eine von Intershops Grundphilosophien, die Unternehmen und Organisationen mit der notwendigen Innovation versorgen soll, damit sie stets den entscheidenden Wettbewerbsvorsprung haben.

Während der Session präsentierte Nils zudem eine äußerst interessante Darstellung der Grade und Varianten von KI, von künstlicher Intelligenz bis hin zu generativer künstlicher Intelligenz, und stellte auch einige beeindruckende Fallbeispiele vor, sodass sich die Kraft hinter datengestützter Intelligenz tatsächlich für jeden erschloss.

In diesem Sinne erklärte Nils ausführlich, wie die Nutzung von datengestützter Intelligenz Unternehmen, die autonomen Handel anstreben, dabei helfen kann, das „autonome Treffen von Entscheidungen“ zu erreichen. Beispielsweise kann eine Lösung für autonomen Handel automatisch neue Preise einführen, basierend auf Lagerbeständen oder den Preisen der Konkurrenz, sodass Ihre Marke und Ihre Produkte auf dem Weltmarkt an der Spitze bleiben.

Er zeigte zudem die wesentlichen Bausteine auf, die notwendig sind, um datengestützte Intelligenz in einem Unternehmen zu verankern: ein BI & KI Data Hub, ein KI-Datenmodell und ein Tool zur Personalisierung: SPARQUE.AI.

SPARQUE.AI ist eine KI-Technologie, die Teil von Intershop ist. Dieses Tool gilt aktuell als Marktführer im Bereich personalisierter Suche und KI-basierter Produktempfehlungen für B2C- und B2B-Commerce-Szenarien. SPARQUE.AI bietet KI-gestützte benutzerdefinierte und innerhalb weniger Tage einsatzbereite Algorithmen.

Diese Algorithmen werden mit Daten aus unterschiedlichen Quellen gefüttert, wie etwa Ihrem ERP, Ihrer E-Commerce-Plattform, Ihrem PIM und Google Analytics, aber auch kontextuellen Informationen wie Seitenaufrufen und Echtzeitdaten wie Standort und Wetter. Der Hauptvorteil dieser Anwendungen ist, dass sie schnell und skalierbar sind und auf jede Art von Unternehmen zugeschnitten werden können.

Um eben diese Kompetenzen von SPARQUE.AI hervorzuheben, zeigte Chi einige aufschlussreiche Beispiele, wie SPARQUE.AI im Rahmen von Strategien zur Umsetzung datengestützter Intelligenz genutzt wird. So konnte das Publikum in dieser ersten Session von einem Real Life Case profitieren, um herauszufinden, wie diese Technologie in ihrem eigenen E-Commerce umgesetzt werden kann.

Der erste von Chi präsentierte Fall behandelte InTronics Business und wie das Unternehmen das Tool nutzt – indem es eine API-Verbindung mit ChatGPT-Services eingerichtet hat, die von SPARQUE.AI validiert wurde – einem intelligenten Tool zur Empfehlung von Suchbegriffen für die Suchmaschine innerhalb des E-Commerce.

So konnten Kunden auch Empfehlungen zu anderen Keywords von Produkten erhalten, die ihrer ursprünglichen Suche auf der E-Commerce-Website von InTronics ähneln. Dies ermöglicht effizienteres Up-Scaling und Cross-Selling und spart auch dem Kunden Zeit, da dieser die Möglichkeit erhält, nach Produkten zu suchen, die gemäß den dank ChatGPT gewonnenen Daten dem Produkt ähneln, das er ursprünglich kaufen wollte.

Der zweite Fall, der die Fähigkeiten von SPARQUE.AI aufzeigte, war Warmteservice, eine bekannte Marke, deren über Jahre hinweg gesammelte Daten SPARQUE.AI nutzen konnte, um dem Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen für Produktpakete bereitzustellen, um so den Umsatz auf allen Ebenen zu steigern.

Chi erklärte, wie es dem Unternehmen gelang, maßgeschneiderte Pakete, für das Cross-Selling optimierte Pakete oder sogar branchenspezifische Pakete zu erstellen – immer abhängig vom jeweiligen Projekt, für das der Kunde die Produkte benötigt.

Man könnte glauben, dieser Grad an Personalisierung sei eine komplexe Leistung, doch als er während der Session genau dazu befragt wurde, wies Chi treffend darauf hin, dass es sich hierbei schlicht um die „Anwendung von gesundem Menschenverstand“ handele.

Chi erklärte anschließend, dass Unternehmen, die auch zukünftig weiter ganz oben mitspielen wollen, ihre Mitarbeiter schulen müssen, damit sie Experten im Umgang mit Daten und im Verständnis von Daten werden, und dass sie eine datengestützte Kultur in ihrem Team aufbauen müssen, sodass die Mitarbeiter nicht gegen die Daten ankämpfen, sondern sich stattdessen von jeglichen Vorurteilen befreien und die Daten – und das von den Daten nahegelegte Verhalten – mit absoluter Objektivität betrachten. Eine perfekte Kombination aus AI und menschlichem Scharfsinn!

Schließlich wurde die Session mit einer klaren Übersicht über alle vorgestellten Topthemen abgeschlossen. Wie etwa der Tatsache, dass die Speicherung aller Daten an einem einzigen Ort – am besten in einer Cloud-basierten Lösung – unabdingbar für den Aufbau eines maßgeschneiderten Kundenerlebnisses ist. Darüber hinaus haben wir gelernt, dass datengestützte Lösungen nur angewandt werden können, wenn das komplette Unternehmen auf allen Ebenen eine datengestützte Kultur einführt, insbesondere auf der Führungsebene.

Dann wurde anhand des Falls von Jarola und dessen Marke Wildkamp klar, wie datengestütztes Wachstum möglich ist, während der Fall von Soennecken verdeutlichte, wie wichtig es für B2B-Unternehmen ist, unternehmensübergreifend eine Kultur zu etablieren, die datengestützte Herangehensweisen unterstützt, wenn diese Unternehmen in der Zukunft Erfolg haben wollen.

Im Anschluss hörten wir noch die Ausführungen von Nils und Chi zur Evolution von KI-Technologien sowie den aktuellen Fallbeispielen, wie diese Technologie – wie etwa SPARQUE.AI – genutzt werden kann, um dem eigenen Unternehmen einen Mehrwert zu bieten.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass diese erste Session äußerst erkenntnisreich war! Sie können Sie hier noch einmal ansehen.

Wir hoffen, Sie alle bei der nächsten Session wiederzusehen, die am 12. September stattfinden wird. Dabei wird es um folgendes Thema gehen: Das Potenzial von Plattformen im B2B-Commerce voll ausschöpfen. Wir sind uns absolut sicher, dass auch diese Session Ihnen viele interessante neue Erkenntnisse bringen wird. Hier registrieren.