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Composable Commerce ist das Erfolgsrezept für internationalen B2B-Handel

B2B-Einkäufer arbeiten zunehmend digital und brauchen entsprechende Shop-Systeme, die die Komplexität der B2B-Einkaufsdynamik widerspiegeln. Silo-Ansätze für digitale, direkte und indirekte Vertriebsmodelle greifen nicht mehr. B2B-Käufer erwarten ein nahtloses Kauferlebnis über alle Touchpoints hinweg. Ein solches für jede Region effektiv und effizient zur Verfügung zu stellen, bedarf einer Technologie, die genau das unterstützt: Effizienz durch einen hohen Grad an Standardisierung, und Effektivität durch eine transnationale Globalisierungsstrategie.

Für erfolgreiches Wachstum durch E-Commerce steht der Aspekt der Skalierbarkeit der Lösung an erster Stelle: Kann die Lösung weiteren Traffic verarbeiten? Wer in weiteren Ländern verkaufen will, muss sicherstellen, dass wachsende Anzahl an Benutzern, Seitenaufrufen und Bestellungen systemseitig schnell verarbeitet werden können. 

Ein anderer Aspekt ist, dass die Lösung für lokale Teams einfach nutzbar sein muss. 

Strategien für internationalen E-Commerce

Eine multinationale Strategie, bei der jede Niederlassung ihre eigene Marketingstrategie basierend auf den unterschiedlichen Bedürfnissen des jeweiligen Landes entwickelt, betont zwar in der Regel auf den kulturellen und traditionellen Bedürfnissen der jeweiligen Nation, aber die Firma verliert dadurch die Kontrolle über die Effizienz der gesamten Operation.

Wo Unternehmen mit Kosten sparen müssen, kann eine globale Strategie helfen. Sie ermöglicht, Produkte weltweit effizient zu verkaufen. Eine Firma, die eine globale Strategie anwendet, arbeitet effizient, aber zu Lasten der Reaktionsfähigkeit für lokale Anforderungen. 

Kurz gesagt, setzen Sie besser auf eine dritte, transnationale Strategie. Agieren Sie so standardisiert wie nötig, aber so lokal relevant wie möglich. Mit einer Commerce-Lösung, die auf Composable Commerce setzt, erreichen Sie genau das.

Zentral vs. lokal

Um mit einer transnationalen Globalisierungsstrategie erfolgreich zu sein, müssen viele Faktoren zentral aus der Unternehmenszentrale verfügbar gemacht werden. Stellen Sie von hier aus sicher, dass Produktinformationen vollständig und gepflegt sind, und dass jede Ländergesellschaft dem vorgegebenen Look&Feel, der Corporate Identity folgt. Alles was lokal von Bedeutung ist, zusätzliche Kataloge, Rabattaktionen oder ein Banner für einen Messeauftritt, das kann vom Team vor Ort geregelt werden.

Ein Beispiel: Wird der Check-out Prozess zentral organisiert, dann ist es kein Problem, in Italien SAP anzubinden, in Frankreich Microsoft Dynamics, und in den USA gar kein ERP, wenn dort das das Bestellaufkommen noch so gering ist, dass die Bestellungen per E-Mail bearbeitet werden. Alle Ländergesellschaften können trotzdem auf die gleichen Funktionen zurückgreifen. Aber alle drei Länder haben die Freiheit, den Shop in der Landessprache zu betreiben, was die Conversion und das Suchmaschinenranking verbessert, und natürlich die Steuerberechnungen auf die Marktbedingungen selbst anzupassen.

Selbst entwickeln oder kaufen? 

Eine solche Lösung kann man selbst entwickeln, aber die Frage ob man das tun sollte, bedarf einer gründlichen Abwägung der technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Faktoren:

  • Kosten:

Eine Standardlösung zu kaufen oder als SaaS zu betreiben, hat kalkulierbare, abschreibbare Kosten. Ob ein Team aus Entwicklern, Architekten und Projektmanagement ein gleichwertiges Produkt zum selben Preis erstellen kann, ist möglicherweise nicht so exakt abschätzbar.

  • Zeit:

Eine sofort einsetzbare Komplettlösung beschleunigt den Faktor Zeit, denn Funktionen müssen nur angepasst und nicht erst entwickelt werden. 

  • Qualität:

Hersteller von Commerce-Lösungen betreiben ein eigenes Qualitätsmanagement, aber das bedeutet keinesfalls, dass Eigenentwicklungen dem nachstehen müssen. Im Gegenteil. Standardlösungen erfüllen nur bis zu einem gewissen Grad die tatsächlichen Nutzeranforderungen, und Eigenentwicklungen können hier eine passgenaue Qualität liefern - sofern die notwendigen Schritte unternommen werden, die Software fehlerfrei zu entwickeln.

  • Ressourcen:

Für eine In-House-Entwicklung braucht es Menschen mit dem nötigen Fachwissen und eine entsprechende IT-Infrastruktur, die wiederum administriert und betrieben werden muss - auf viele Jahre hinweg, denn um Sicherheits-Updates, die Weiterentwicklung und Anpassung müssen Sie sich langfristig kümmern.

  • Risiken:

Das größte Risiko bei der Kaufentscheidung ist eine Übernahme des Herstellers von einem anderen Konzern, oder dessen Geschäftsaufgabe. Wenn Sie auf eine Eigenentwicklung setzen wollen, ist das größte Risiko, dass sie eine Lösung einsetzen, die nicht effizient im Management und nicht ausreichend skalierbar ist. Schnell kommen Hunderte Microservices oder PHP-Module zusammen- mit einem entsprechenden Abhängigkeitsdilemma. 

Der Kompromiss: Packaged Business Capabilities - Composable Commerce.

Sie ermöglichen es, genau die User Journey zu kreieren, die man als Unternehmen braucht, ohne alles selbst bauen zu müssen. Diese Funktionsblöcke sind zusammenhängender als Microservices und umfassen beispielsweise alles rund um Commerce, Reviews, Suche, Content, Services. 

Man kann diese Pakete von verschiedenen Herstellern als SaaS beziehen und das ganze Paket austauschen, wenn eine gesteigerte digitale Reife neue Bedürfnisse aufwirft - ohne gleich ein Replatforming-Projekt daraus machen zu müssen. Passende Frontends wie eine Progressive Web App, aber auch Sprachassistenten wie Alexa und Siri oder IoT-Komponenten, HoloLens und andere Technologien können per Standard-API auf dieses flexible Gerüst aufgesetzt werden.

Die 3 Vorteile von Composable Commerce:

  1. Die gewünschten Funktionalitäten sind nach Bedarf zusammenstellbar und sofort gebrauchsfertig
  2. Durch eine headless-Architektur können verschiedene Frontends oder weitere Touchpoints auf das System flexibel aufgesetzt werden
  3. Grow-as-you-go: Nach Bedarf erweitern und wandeln mit weiteren Services oder eigenen Microservices.

composable commerce pictureFlexibilität im Frontend

Die Flexibilität im Frontend zu haben ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren im internationalen B2B E-Commerce, denn damit unterscheidet man sich von der Konkurrenz. Im B2B reicht es nicht aus, nur das Logo anzupassen. Produkte sind komplexer und es gibt vielschichtige Einkaufsprozesse, die Beachtung finden müssen. 

Im Frontend findet auch der erweiterte Kundenlebenszyklus Beachtung, denn langfristige Kundenbeziehungen gehen über Produktsuche, Detailseite und Check-Out hinaus. Das Frontend führt Prozesse zusammen, die die Platzierung passender Verbrauchsmaterialien ermöglichen, das digitale Abbild des registrierten Maschinenparks realisiert oder Terminbuchungen bei Vertragspartnern möglich machen. 

Wenn die zugrundeliegende Commerce-Lösung alle Business-Capabilities via APIs zur Verfügung stellt, kann sich also jede Ländergesellschaft ein eigenes Frontend je nach digitaler Reife und Kundennutzen personalisieren (mit eigenen Entwicklern oder eine Agentur). Über die Standard-API können auch lokale und zentrale Applikationen reibungslos angebunden werden (ERP, PIM, DAM…). Für den Betrieb braucht es kein Team vor Ort.

Wenn Sie mehr Informationen haben wollen, wie eine E-Commerce-Lösung Globalisierungsstrategien unterstützen kann, schauen Sie sich gleich noch unser Expertengespräch an, bei dem wir die Entscheider von Rockwool, Atlas Copco und Vanderlande zu ihren Best Practises befragt haben:

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