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Der Aftermarket-Bereich stellt für viele Unternehmen, deren Kerngeschäft anderswo liegt, eine nachrangige Einnahmequelle dar. Angesichts der durchaus realen Möglichkeit einer weltweiten Rezession fragen sich jedoch immer mehr Unternehmen, ob das Aftermarket-Geschäft ein sicherer Hafen für ihre Marken und Produkte sein könnte.

Diese absolut nachvollziehbare Überlegung wollen wir heute genauer beleuchten. Stimmt es, dass das Aftermarket-Geschäft sich in einer Rezession besser behaupten kann? Legen bestimmte Sektoren des Aftermarkets in einer Rezession sogar zu? Sollte Ihr Unternehmen bzw. Ihre Marke ein neues Geschäftsfeld im Aftermarket-Bereich ernsthaft in Erwägung ziehen?

Genau das wollen wir feststellen!

 

Wissenswertes zum Thema Aftermarket-Geschäft

 

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Was versteht man unter Aftermarket-Geschäft?

Definieren wir erst einmal den Begriff Aftermarket. Genau genommen bezieht sich der Begriff Aftermarket auf einen Sekundärmarkt für Waren und Dienstleistungen, die Hauptprodukte oder Dienstleistungen ergänzen oder aber mit den Produkten eines Primärmarkts verbunden sind, wie etwa Ersatzteile oder Umbauten.

In den meisten Branchen umfasst der Primärmarkt Gebrauchsgüter. Auf dem Aftermarket hingegen werden Verbrauchsgüter und Dienstleistungen angeboten. Somit steht der Aftermarket generell im Zeichen von wiederkehrenden Käufen. Auf dieses wichtige Merkmal kommen wir noch zurück!

Beim Aftermarket-Geschäft geht es also um Produkte und Services, die als Ersatzteile oder Ergänzungen zu Primärprodukten und -services vom selben Unternehmen oder anderen Marken angeboten werden.

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Können alle Unternehmen Aftermarket-Produkte und -Services anbieten?

Jein. Technisch und theoretisch könnten die meisten Unternehmen irgendeine Art von Aftermarket-Produkt oder -Service als Ergänzung zu ihrem Primärprodukt oder Primärservice anbieten. In der Praxis ist das jedoch nicht immer rentabel oder machbar.

Hinzu kommt, dass Unternehmen, die im Aftermarket zuhause sind, sehr gezielt auf die besonderen Bedürfnisse des Aftermarket-Geschäfts ausgerichtet sind. Und diese unterscheiden sich tatsächlich von denen der Primärmärkte.

So gibt es im automobilen Aftermarket z. B. viele Nischenmarken, die technische Lösungen zur Nachrüstung von Fahrzeugen für spezifische Zwecke anbieten, die nicht zum Standard-Leistungsumfang des jeweiligen Fahrzeugs gehören.

Das ist überaus sinnvoll, denn Käufer sehen sich genau deswegen auf dem Aftermarkt um, weil sie spezielle Nischenlösungen suchen.

Eher unüberlegt in das Aftermarket-Geschäft einzusteigen, könnte sich deshalb als schwerer Fehler erweisen. Ein Unternehmen muss bereit sein, sich voll dem Wettbewerb auf diesem hoch spezialisierten Markt zu stellen.

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Ist das Aftermarket-Geschäft widerstandsfähiger in einer Rezession?

Ja! Und warum das so ist? Es gibt hier mehrere Gründe. Der Hauptgrund besteht darin, dass Wiederverwendung und Überholung im Regelfall kostengünstiger sind als Neufertigung. Hinzu kommt, dass der Wunsch nach einer längeren bzw. anderweitigen Verwendung in Zeiten einer Rezession viel größer ist.

Somit kann sich das Aftermarket-Geschäft gerade in Krisenzeiten tendenziell besser behaupten. Oder gar aufblühen, wie manche Beobachter meinen.

Hinzu kommen noch weitere Faktoren, die es zu bedenken gilt:

  • Aftermarket-Produkte werden meist wiederholt gekauft.

  • Das Aftermarket-Geschäft ist flexibler in seiner Preisgestaltung als der Primärmarkt.

  • Aftermarket-Produkte können die für Primärprodukte geltenden Ressourcenbeschränkungen ggf. umgehen.

  • Aftermarket-Produkte können aus nicht funktionstüchtigen Primärprodukten hergestellt werden. Das heißt, auch wenn der Zugang zu Ausgangsmaterialien und Ressourcen verloren geht, lassen sich andere Produkte aus Bestandteilen der Primärprodukte fertigen. 

 Zudem ziehen Unternehmen und Privatpersonen bei knappem Budget häufig eine funktionale, kostengünstigere Lösung einem neuen Produkt vor. Das ist der wichtigste und augenscheinlichste Grund, weshalb der Aftermarket-Bereich sich in einer Rezession eher besser entwickelt als die Primärmärkte.

Allerdings ist im Aftermarket-Geschäft nicht alles rosig: So schrumpft der Aftermarket-Sektor zusammen mit den übrigen Branchen und der Wirtschaft allgemein.

Hier lohnt der Blick auf die Eckwerte zu einem der wohl stärksten und renommiertesten Aftermarkets, nämlich dem US-Markt für Autoteile und -zubehör.

Laut dem Aftermarket iReport von Lang Marketing zeigt sich der automobile Aftermarket in den USA aktuell weniger robust als je zuvor.

Das traditionelle Kerngeschäft des automobilen Aftermarkets seien notwendige (d. h. nicht diskretionäre) Produkte, also Produkte, die für den einwandfreien Fahrzeugbetrieb unerlässlich sind, heißt es im Bericht. Doch die Situation habe sich in den letzten 20 Jahren geändert.

Inzwischen basiert das Kerngeschäft des automobilen Aftermarkets in den USA nicht mehr auf Ersatzteilen, sondern vorwiegend auf Individualisierungsoptionen, um Fahrzeuge mit zusätzlichen Funktionalitäten auszurüsten. Und gerade das steht in Krisenzeiten nicht ganz oben auf der Liste.

Doch auch wenn sich das Aftermarket-Geschäft mehr in Richtung Individualisierung bzw. zusätzliche Funktionalität entwickelt hat, bleibt es weiterhin die Hauptquelle für Ersatzteile sowie nischenspezifische Verbesserungen, die eine längere bzw. anderweitige Verwendung eines Primärprodukts ermöglichen.

Damit ist das Aftermarket-Geschäft nach wie vor deutlich widerstandsfähiger gegenüber einer Wirtschaftskrise als der etablierte Markt für Primärprodukte.

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Was muss eine Aftermarket-fähige E-Commerce-Plattform bieten?

Wir haben also festgestellt, dass gerade in Zeiten einer Rezession vieles für das Aftermarket-Geschäft spricht. Da stellt sich natürlich die Frage, welche Merkmale eine Aftermarket-fähige E-Commerce-Plattform haben muss.

Da die unterschiedlichen Branchen jeweils eigene Anforderungen an die perfekte E-Commerce-Plattform stellen, ist die Beantwortung dieser Frage nicht einfach.

Doch es gibt einige Funktionen, die eine leistungsfähige E-Commerce-Plattform jedem Aftermarket-Unternehmen bieten sollte. Schauen wir uns drei davon genauer an:

 

Aftermarket E-Commerce erfordert Vielseitigkeit und Wachstumsfähigkeit

Jede professionelle E-Commerce-Plattform sollte sich an das jeweilige Geschäft anpassen lassen. Wenn die E-Commerce-Plattform, die Sie zurzeit einsetzen bzw. einsetzen wollen, sich nur mühsam und mit viel Aufwand an Ressourcen und Fachwissen an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassen lässt, sollten Sie sich vielleicht anderweitig umschauen.

Das gilt besonders, da der Aftermarket-orientierte E-Commerce typischerweise gleichzusetzen ist mit B2B-E-Commerce. Sowohl der B2B- als auch der Aftermarket-Sektor profitieren von individualisierten Checkout-Prozessen und der Möglichkeit, jeden B2B-Käufer auf individuelle und personalisierte Weise zu behandeln.

Anders als beim B2C-E-Commerce, der grundsätzlich schlanker gestaltet werden kann, punktet der B2B-E-Commerce mit der Möglichkeit, alle Interessenten und B2B-Käufer unter Berücksichtigung individueller Angebote und Variablen betreuen zu können.

Aftermarket E-Commerce ist auf wiederkehrende Käufe ausgelegt

Eine erfolgreiche E-Commerce-Website für den Aftermarket baut auf der Erkenntnis auf, dass Kunden bzw. Interessenten an einer langfristigen Beziehung interessiert sind.

Wie wir schon gesehen haben, stehen Verbrauchsgüter und wiederkehrende Artikel im Fokus der Aftermarket-Branche. Vor diesem Hintergrund muss Ihre E-Commerce-Plattform die Möglichkeit bieten, die komplette Customer Journey abzubilden. So können Sie die für Ihre Kunden wichtigsten Aspekte erkennen und deren Zufriedenheit und Loyalität gegenüber Ihrer Marke stärken.

 

Aftermarket E-Commerce muss effizient sein

Last but not least benötigen Unternehmen und B2B-Käufer, die im Aftermarket-Bereich nach Artikeln suchen, umfangreiche Informationen. Schließlich ist ein Großteil der Aftermarket-Artikel nur für die Verwendung in Verbindung mit einem bestimmten Primärprodukt vorgesehen.

Daher sollte ein leistungsfähiges E-Commerce-Angebot für Aftermarket-Produkte in der Lage sein, jedem B2B-Käufer, der auf der Website unterwegs ist, alle relevanten Informationen zu dem jeweiligen Ersatzteil oder Produkt zu liefern, für das er sich interessiert.

Technische Daten, Kompatibilität, Versionen und alle relevanten Informationen, die dem Kunden helfen, eine fundierte Entscheidung bezüglich Ihres Produktes zu treffen, sind ein absolutes Muss für ein erfolgreiches Aftermarket-Geschäft.

Glauben Sie nach dieser Lektüre, dass Ihr Unternehmen von einem Einstieg ins Aftermarket-Geschäft profitieren könnte? Falls Sie bereits im Sektor tätig sind: Sind Sie der Meinung, dass Ihre Online-Plattform die beschriebenen Anforderungen erfüllt?

Wenn nicht, empfehlen wir Ihnen, Ihre aktuelle Situation noch einmal genauer zu betrachten, damit Sie rechtzeitig die Weichen stellen und die nächste weltweite Rezession als Wachstumschance nutzen können!

 

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