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„Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen.

Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum Ersten Gesetz.

Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange dieser Schutz nicht dem Ersten oder Zweiten Gesetz widerspricht.“

(Isaac Asimovs „Drei Gesetze der Robotik“)

In der florierenden Welt der KI und Robotik kennt fast jeder die „Drei Gesetze“, die definieren, wie sich eine KI – eine vom Menschen geschaffene künstliche Intelligenz – verhalten sollte. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich: Warum ist das für B2B-Organisationen und für den E-Commerce im Allgemeinen wichtig? Die Antwort erfahren Sie in diesem Artikel. Wir werden in eine Zukunft blicken, in der KI mit prädiktiver Effizienz und Automatisierung den globalen Handel revolutionieren wird. Klingt weit hergeholt? Sie werden sehen, dass es nicht so ist...

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Die drei Gesetze des Predictive Commerce

Zurück zu unseren berühmten „Drei Gesetzen der Robotik“, die heute als Regelwerk für das Verhalten künstlicher Intelligenz dienen: Diese Gesetze wurden nicht von Wissenschaftlern verfasst, die an den frühen Entwicklungen von KI, Robotik oder sogar Programmierung beteiligt waren, sondern von einem Schriftsteller und Professor für Biochemie an der Boston University School of Medicine: dem legendären Isaac Asimov.

Tatsächlich funktionieren sie so gut, dass die südkoreanische Regierung im März 2007 eine „Roboter-Ethik-Charta“ erlassen hat, um KI-Hersteller zur Einhaltung einer Reihe von Regeln zu zwingen, die auf den Drei Gesetzen von Asimov basieren, weil sie „eine sicherere Möglichkeit zur Entwicklung zukünftiger KIs“ bieten.

Auch Hans Moravec (eine prominente Persönlichkeit der transhumanistischen Bewegung) schlug vor, die Gesetze der Robotik an „Unternehmensintelligenzen“ anzupassen – die KI, von der er glaubt, dass sie in naher Zukunft Unternehmen leiten wird.

Eine Überzeugung, die nicht nur Moravec teilt, denn Anfang 2011 veröffentlichte das Vereinigte Königreich das, was heute als erste KI-Soft-Law auf nationaler Ebene gilt. Diese Übereinkunft bestand größtenteils aus einer überarbeiteten Reihe von fünf Gesetzen, von denen die ersten drei tatsächlich aktualisierte Versionen von Asimovs Gesetzen sind.

Der Punkt ist, dass Asimovs Drei Gesetze einen Nerv getroffen haben: Sie thematisieren eine große Sorge, die wir Menschen gegenüber KI haben: Kann künstliche Intelligenz mehr schaden als nützen?

Und ohne in die tiefen Gewässer der philosophischen Debatte einzutauchen, ist die Antwort einfach: Eine echte KI kann genauso viel Schaden oder Nutzen anrichten wie ein menschlicher Geist.

Wenn Sie also das nächste Mal darüber nachdenken, ob Ihr Unternehmen in den Händen prädiktiver KI sicher ist, könnten Sie sich auch einen Moment Zeit nehmen und darüber nachdenken, ob Ihr Unternehmen derzeit in den Händen Ihrer eigenen C-Level-Manager, Ihrer Mitarbeiter – oder auch in Ihren Händen – sicher ist.

Fakt ist: Der Einsatz prädiktiver KI ist unumgänglich. Und es wird schneller passieren, als Sie denken. Denn die gleiche Schlussfolgerung, zu der Sie ein paar Zeilen weiter oben gelangt sind, ist die gleiche, zu der Tausende von Managern, CEOs und Geschäftsinhabern langsam – aber sicher – kommen: KI kann sicher – oder zumindest genauso gut wie Menschen – die Verantwortung für Dinge übernehmen.

Lassen Sie uns unter die Lupe nehmen, wie genau Ihr B2B-Geschäft von prädiktiver KI profitieren kann.

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Prädiktive KI-Anwendungen im B2B-Commerce

Eine prädiktive KI ist eine künstliche Intelligenz, die in der Lage ist, auf der Grundlage vorheriger Datenverarbeitung genaue Vorhersagen zu treffen. Wären wir Menschen vollständig rational und unvoreingenommen, so ließe sich dieser Prozess mit dem menschlichen Denkprozess vergleichen.

Aber: Noch ist eine prädiktive Commerce-KI nicht in der Lage, komplett autonom zu handeln. Das ist aktuell noch Zukunftsmusik. Derzeit geht es beim Predictive Commerce eher darum, dem menschlichen Entscheider eine Fülle von Optionen auf der Grundlage genauer Vorhersagen zu bieten, als dass eine KI unser B2B-Schiff allein durch die globalen Märkte segelt.

Dennoch bietet Predictive Commerce viele potenzielle Anwendungen. Einige davon werden sich höchstwahrscheinlich im Laufe des Jahres 2024 zu Trends entwickeln und einige von ihnen ermöglichen sogar ein gewisses Maß an „autonomem Verhalten“ seitens der KI.

Werfen wir einen Blick auf einige vielversprechende Predictive-Commerce-Anwendungen:

Personalisierte Produktempfehlungen sind eine der am weitesten verbreiteten Use Cases im Bereich Predictive Commerce. Die KI sagt auf Basis der Browsing-Daten, der Kaufhistorie und des Website-Navigationsverhaltens Ihrer Kunden Präferenzen und Vorlieben vorher, die für passende, personalisierte Produktempfehlungen genutzt werden. Dieses Erfolgsrezept nutzen auch Marktplatzgiganten wie Amazon und Temu.

Ähnlich – oder doch ein wenig anders – funktioniert die KI-gesteuerte Product Discovery. Sie ist ein noch prädiktiverer Ansatz, da entsprechende Lösungen bei Erstbesuchern auf Webseiten zum Einsatz kommen. Dies bedeutet, dass der KI – anders als es bei den Produktempfehlungen der Fall ist – möglicherweise keine Einblicke in das Verhalten des jeweiligen Nutzers zur Verfügung stehen. Basierend auf den kollektiven Daten aller bisherigen Kunden wird die KI jedoch das anstellen, was wir Menschen als „fundierte Vermutung“ bezeichnen.

Dynamische Preisgestaltung ist eine weitere wichtige Säule des Predictive Commerce. Durch die Nutzung von Funktionalitäten zur kanalübergreifenden Preisgestaltung werden B2B-Unternehmen in der Lage sein, Konsistenz, Flexibilität und Transparenz in dynamischen Preisstrategien zu schaffen. Da es hier auf Geschwindigkeit ankommt, wird die dynamische Preisgestaltung natürlich stark von einem halbautonomen oder vollständig autonomen Szenario für unsere KI profitieren.

Auch die prädiktive Analytik ist ein Riesenthema im Predictive Commerce. Sie ist für die Zukunft des globalen Handels von fundamentaler Bedeutung. Durch die Nutzung der Analytik für die Vorhersage sind Verbesserungen in verschiedensten Bereichen möglich, z. B. in der Bestandsverwaltung, Sortierung und bei Suchergebnissen für Ihre Kunden oder Lieferanten, bei saisonalen Rabatten und – bei Großhändlern, die zu bestimmten Zeiten wie zu Weihnachten oder am Black Friday saisonale Spitzen haben – in der saisonalen Logistik. Auf diese Weise lässt sich auch der perfekte Zeitpunkt für die Erschließung eines neuen Marktes vorhersagen.

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Herr Roboto, Leiter Geschäftsentwicklung

Gerade das letzte Anwendungsgebiet, die prädiktive Analytik (Predictive Analytics) wird unserer Meinung nach mit Sicherheit die Zukunft des Predictive Commerce sein: die Nutzung eines KI-Beraters, um eine genaue Bewertung von Geschäftsentscheidungen auf der Grundlage datengesteuerter Vorhersagen zu ermöglichen.

Laut Gartner setzt AIOps – die KI-Nutzung für den IT-Betrieb – sein Wachstum und seinen Einfluss auf den gesamten ITOM (IT Operations Management)-Markt fort, mit einer prognostizierten Marktgröße von etwa 2,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von rund 19 %. Ein massives Wachstum!

Das bedeutet, dass Unternehmen in naher Zukunft eine speziell geschulte KI, die die Logik und Funktionsweise von Geschäftsmodellen versteht, mit einem riesigen Datenstrom – Daten, die wir als tägliche Internetnutzer ständig generieren – füttern könnten, um zu entscheiden, wann ein Markt erobert, Preise gesenkt oder Deals mit der Konkurrenz abgeschlossen werden sollten.

Und wahrscheinlich – wie unser Freund Asimov einige Jahrzehnte vor allen anderen erkannte – wird diese KI genauso schädlich oder nützlich sein wie jeder CEO. Viele große Technologieunternehmen drängen bereits darauf, die Vision des KI-gesteuerten Handels (Autonomous Commerce) Wirklichkeit werden zu lassen. So sehr, dass laut Statista der Markt für Predictive-Analytics-Software im Jahr 2020 auf 5,29 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde und bis Ende 2024 voraussichtlich auf 41,52 Milliarden US-Dollar anwachsen wird.

Ein gewaltiger Vertrauensvorschuss – und das in diese Technologie investierte Geld – zeigt, dass wir uns vielleicht noch nicht in einer Welt befinden, in der KI riesige globale Konzerne leiten wird, aber wir sind sicherlich nahe an dem Punkt angelangt, an dem wir anfangen sollten, darüber nachzudenken, wie die drei Gesetze unserer B2B-Organisation lauten sollen…?

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